

Der Fototroll im Allgemeinen ist ein recht wandelfähiges Wesen, daher kommt es auch - obgleich so ziemlich jeder mindestens einen kennt oder zumindest schon gesehen hat - dass wir ihn nur schwer zu erkennen vermögen. Der Fototroll tarnt sich als „Fotograf“, hat mit diesem aber nur wenig zu tun. Nur allzu gerne lamentiert er über seine „Ach so schönen Bilder“ und über seine „Erfahrung“ und brüstet sich mit seinem Kameraequipment. Ja ja, ein Unerfahrener möchte glatt meinen, er stünde vor einem sehr erfahrenen und begabten Fotografen, wenn er ihn sieht. Und wehe dem, der ihm Gehör oder gar Achtung schenkt, der wird ihn nur noch schwer wieder los.
Der Fototroll ist versessen auf schöne Augenblicke, er frisst sie und die daraus resultierenden Exkremente nennt er dann Fotografien. Mit diesen versucht er die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Aufmerksamkeit ist das Wichtigste für den Fototroll - obgleich doch redseliger Natur mit einer gewissen Bauernschläue ist der Fototroll in seinem tiefsten Innern allein und niemals zufrieden mit sich selbst. Deshalb frisst und frisst er einen schönen Moment nach dem nächsten und verwandelt ihn in seine üblen Ausscheidungen.
Heutzutage hat der Fototroll es einfacher denn je. Niedrige Preise für Spiegelreflexkameras und eine Gesellschaft, die mehr und mehr ihr Qualitätsbewusstsein verliert, bringen täglich neue Fototrolle hervor. Schnell für 500€ die nächstbeste, professionell anmutende, digitale Spiegelreflexkamera gekauft, noch ein billiges Objektiv dazu - ein neuer Fototroll ist geboren. Fortan wird er sich auf seine Opfer stürzen - Familienfeiern, Taufen, Hochzeiten - nichts ist ihm heilig.
Einige Fototrolle sind noch tückischer als der „Gemeine Fototroll“, es handelt sich um den „Trug-Profi-Fototroll“. Diese Gattung der Fototrolle ist die gefährlichste von allen, denn sie hat sich weiterentwickelt. Ihr genügen besagte Feiern und ein wenig Aufmerksamkeit nicht mehr - ihr dürstet es nach mehr. Der Trug-Profi-Fototroll gibt sich gerne als professioneller Fotograf aus und versucht seine Ausscheidungen entgeltlich zu veräußern. Hierbei geht er ohne jede Skrupel seiner schier endlosen Gier nach und reißt zum Beispiel glückliche Ehepaare in ihr fotografisches Verderben. Heimlich schleicht er sich an und schmeichelt mit seinem Halbwissen und bietet den Nichts-ahnenden ein scheinbar echtes Schnäppchen, wie es nur ein Trug-Profi-Fototroll in all seiner Gier und Boshaftigkeit machen kann. Hat seine Falle erst einmal zugeschnappt gibt es kein Entrinnen mehr - die schönen Augenblicke der Hochzeit sind auf ewig verloren und alles, was den Nichts-ahnenden bleibt, sind die üblen Ausscheidungen und die Rechnung zum vermeintlichen Schnäppchen.
Fototrolle sind für ein geübtes Auge leicht zu entlarven, da sie sich recht auffällig verhalten. Einige der typischen Merkmale des Fototrolls sind:
Sollten Sie einen Fototroll entlarvt haben, lassen Sie sich möglichst wenig anmerken, ziehen sich vorsichtig freundlich nickend aus dem Gespräch zurück und wenden Sie sich an einen fachkundigen Fotografen Ihrer Wahl - zum Beispiel mich.